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Le Canal du Midi Der Canal du Midi ist das Lebenswerk des aus Béziers stammenden Pierre-Paul Riquet, der ihn bereits im 17. Jahrhundert (!) zur Zeit von Ludwig XIV erbaut hat. Der Kanal verbindet über 240 Kilometer das Mittelmeer mit Toulouse, von wo aus ein weiterer Wasserweg bis zum Atlantik führt. Das Besondere und Außerordentliche daran ist, dass die Wasserstrasse über ein speziell ausgetüfteltes Schleusensystem einen Höhenunterschied von bis zu 200 Meter überwindet und zum Teil Landschaften durchquert, die für das Anlegen eines Kanals nicht unbedingt vorgesehen zu sein scheinen. Die Geschichte seiner Erbauung ist ein frühes industrielles Abenteuer der Neuzeit. - Selbstverständlich war eine Verbindung zwischen Mittelmeer und Atlantik auch zu jener Zeit wünschenswert, denn der Seeweg um Spanien herum und die Meerenge von Gibraltar war beschwerlich und mitunter sogar gefährlich und kostspielig. Piraten und wechselnde politische Verhältnisse waren ein großes Problem, zumal zur Zeit des Sonnenkönigs. Zwischen 1666 - 1680 gelang es Riquet nach langem Überzeugungsmarathon und dem Einsatz seines beträchtlichen Privatvermögens den Bau zu realisieren. Je 40 Prozent trugen der König und die Region bei, das Übrige er selbst. Die Bauarbeiten wurden von einer kritischen Expertenkommission unter dem Minister Colbert kontrolliert, wobei es nicht selten zu Schwierigkeiten kam; z.B. nach einem Unfall beim Bau des weltweit ersten Kanaltunnels nahe Béziers. Es war die größte Baustelle Europas im 17. Jahrhundert. 12.000 Arbeiter waren daran beteiligt; sie huben 7 Millionen Kubikmeter Erdreich aus und überwanden mit den Mitteln ihrer Zeit jede auftretende Schwierigkeit. Riquet wurde als Arbeitgeber auch zum Vorreiter für soziale Verantwortung, in dem er nicht nur hohe Löhne zahlte, sondern er gewährte aus eigener Überzeugung heraus auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei witterungsbedingter Bauunterbrechung. Die ingenieurtechnische Leistung aber wurde zu dem eigentlichen Wunder jener Tage. Man muss sich in diese Zeit zurückversetzen, um auch nur annähernd zu verstehen, was damals mit dem Bau dieses selbst in unseren Tagen noch ungewöhnlichen Kanals geleistet wurde: allein das zur Wasserversorgung am Scheitelpunkt des Kanals aufgestaute "Réservoir de St. Férreol" war schon das bis dahin größte künstlich von Menschen geschaffene Gewässer, oval und rund konstruierte Schleusen lösten typische Probleme für den Hub, der überwunden werden musste, diverse Brücken querten Flussläufe, Schleusen lernten Schiffe zu drehen, die Schleusentreppe in Béziers (Fonserannes) sucht noch 350 Jahre später ihresgleichen und auch der Tunnel bei Malpas ist ein Novum seiner Zeit, ohne den das Bauwerk aufgrund der topografischen Verhältnisse nicht denkbar gewesen wäre. Jahrhundertelang wurde der Kanal - stark frequentiert - von Lastkähnen und sogenannten Schnellbooten zum Personen- und Postverkehr genutzt. Die Reisezeit zwischen Toulouse und Sète dauerte 4 Tage bzw. bei Bootswechsel an den Schleusen in der schnellsten Variante sogar nur 32 Stunden. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und schließlich dem motorisierten Strassenverkehr im 20. Jahrhundert verlor der Canal du Midi jedoch an wirtschaftlicher Bedeutung, da er nur Schiffe mit einer Länge um die 20 Meter aufnehmen kann. Heute wird der Canal du Midi ausschliesslich touristisch genutzt. Es verkehren Ausflugsdampfer und spezielle Hausboote, die für eine Reise auf dem historischen Wasserweg an allen größeren Orten gemietet werden können. Zudem erfreuen sich die Schleusenanlagen und von Bäumen gesäumten Treidelwege großer Beliebtheit bei Wanderern und Radfahrern. TIPP: Die "Schleusentreppe von Fonserannes" ist bereits im Kapitel Béziers beschrieben. Nicht weit davon befindet sich etwas abseits der N9 Richtung Narbonne bei der Ortschaft Nissan der berühmte Kanaltunnel. Folgen Sie in Nissan von Béziers aus rechter Hand dem Schild "Oppidum d'Enserune" nicht ganz bis zum Aussichtspunkt, sondern bis zu einer Art unbefestigtem Parkplatz wieder rechts, wenn der Weg nach links abknickt. Von dort führt ein Pfad hinunter zu Kanal und Tunnel. Ob Sie es glauben oder nicht, in unseren Tagen kreuzt wiederum genau darunter die Eisenbahn mit einem weiteren Tunnel. Mit etwas Kletterei durchs Gestrüpp können Sie das nachprüfen. TIPP: Weitere Informationen zum Canal du Midi und Ausflügen rund um diese historische und einzigartige Wasserstrasse finden Sie in den Kapiteln "Ausflüge", "Aktivitäten" und natürlich im "BASTELRAUM".

Le Canal du Midi - Natur- & Technikwunder