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Montpellier Montpellier ist mit über 250.000 Einwohnern Hauptstadt und überdies der mit Abstand größte Ort der Region Languedoc- Roussilion; nach Marseille gar die zweitgrösste französische Metropole am Mittelmeer. Das war nicht immer so, denn gerade diese Stadt ist eine der ganz wenigen nicht antiken Gründungen. Der Ort findet erstmals urkundliche Erwähnung als ein Graf (Bernard de Megueil) dort im 10. Jahrhundert Land überschrieben bekam und eine Burg mit Kapelle errichtet wurde. Sehr günstig handelstechnisch gelegen, aber keinem Herrschaftsgebiet eindeutig zugeordnet (zwischen 1213 - 1349 im Besitz der Könige von Aragon), begann der Aufstieg der Stadt im 13. Jahrhundert, als dort ein Sammelsurium aus Muslimen, Juden und Freigeistern (später Protestanten) siedlungs- und handelstechnisch Heimat gefunden hatten. Das Stadtrecht 1204, die aufkommende Station des damaligen Jakobsweges und vor allem die entstandene medizinische Schule, welche jenseits der arabischen Welt in Wissen und Lehre einzigartig war, trug zum Aufstieg der Stadt bei bis in unsere Tage hinein. Beinahe ein Drittel der Einwohner sind heute Studierende. Papst Nikolaus IV. verlieh der medizinischen Schule schon 1289 den Rang einer Universität, was man als Ausrufezeichen für den Rang der Schule verstehen darf, denn die Medizin gehörte zu jener Zeit durchaus nicht den Künsten an, die an einer Universität gelehrt wurden. Der wissenschaftlich-botanische Garten aus dem Jahr 1593 erfreute sich unter Kennern einiger Berühmtheit und ist noch heute Teil der medizinischen Fakultät. Als die französische Krone die Stadt 1349 von dem König v. Mallorca, in dessen Besitz sie sich mittlerweile befand, kaufte, war Montpellier zwischenzeitlich die bedeutendste französische Stadt nach Paris. - In der Folge allerdings suchten Seuchen und vor allem die Pest Stadt und Region mehrfach heim, was zunächst zu großem Bevölkerungsschwund und Stagnation führte. Im 16. Jahrhundert wird Montpellier erst Bistum, dann Erzbistum. Die Kathedrale Saint-Pierre wird an der Stelle des Klosters St- Benoit errichtet. Allerdings gewannen auch die Hugenotten - wie vielerorts im Languedoc - stark an Einfluss hinzu, da sie sich im Zuge der Religionskriege immer weiter in Richtung Süden zurückziehen mussten. Trotz des Ediktes von Nantes verfolgte Ludwig XIII die Hugenotten (hatte da etwa der Kardinal seine Hände im Spiel?) und lässt Montpellier 2 Monate lang belagern, bevor er am 21. Oktober 1622 im "Frieden von Montpellier" schließlich das Edikt von Nantes anerkannte. Zur Sicherheit aber ließ Richelieu im Folgenden die grosse Zitadelle vor den Toren der damaligen Stadt errichten. Nach dem Aufstand des Gouverneurs Montmorency (siehe Geschichte von Pézenas) wurde Montpellier neues Verwaltungszentrum des Languedoc und beerbte damit das politische Pézenas. Dabei ist es - abgesehen von einem kurzen Zwischenspiel - bis heute geblieben. Als Ludwig XIV. 1685 das Edikt von Nantes widerrief, kam es zur einer Massenauswanderung der Hugenotten aus dem bourbonischen Frankreich. In Montpellier wurde die "Porte du Peyrou" als Triumphbogen errichtet zum Zeichen des Sieges über die Hugenotten. Na ja ... Im 19. Jahrhundert partizipierte Montpellier durchaus an der Industrialisierung. In den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verzeichnete man ein rasantes Bevölkerungswachstum, da die Stadt viele der sogenannten "Pieds noirs" (Schwarzfüße) aufnahm, wobei es sich um Franko-Algerier handelt, welche sich im Algerien-Krieg auf die Seite Frankreichs gestellt hatten und anschliessend fliehen mussten, so dass Montpellier heute wieder zu den größten Städten in Frankreich zählt. - Berühmte Pieds noir, die sie kennen werden, sind z.B. der Schriftsteller Albert Camus, der Schauspieler Jean-Paul Belmondo, der Modeschöpfer Yves Saint Laurant und in zweiter Generation auch der Fußballer Zinedine "Zizou" Zidane. ___________________________________________________________________________________________________ Ihr Besuch in Montpellier Für Ihren Besuch in der Stadt haben wir im Kontext Ihrer Ferien keinen besonderen Tipp für Sie, da unser Fokus hier nicht so sehr auf dem Städtischen liegt. - Erkunden Sie vom Innenstadtzentrum aus die Altstadtgassen und die Stadt, die es versteht sich selbst zu vermitteln, einfach nach Ihrem eigenen Geschmack. Dazu vielleicht den Park "Jardin du Camp de Mars", den Sie - mitten in der Stadt gelegen - leicht erreichen. Wegbeschreibung: Folgen Sie von Pézenas aus der N113 über Montagnac, Mèze und weiteren Ortschaften bis in das Herz der Stadt hinein. Sie können bequem in der Tiefgarage unter der zentralen "Place de la Comédie" parken. TIPP: Wenn Sie ganz gern auch mal ein Urlaubsshopping einlegen, so gibt es am südlichen Stadtrand die Mall Odysseum mit zahlreichen Boutiqen und Geschäften auf mehreren Ebenen, sowie sogar in fussläufiger Nachbarschaft IKEA und Décathlon. - Von der Stadt aus einfach mit der Strassenbahn bis direkt zur Mall, oder mit dem Auto über die A9 (Anschußstelle hinter Mèze benutzen) bis zur Ausfahrt 29 "Montpellier Est" und dann der Beschilderung zum Odysseum (Achtung: verwirrende Verkehrsführungen) folgen.

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